Anhang A8 min LesezeitAusgabe Oktober 2026

Begriffe von A bis Z

A2A

Agent2Agent verbindet eigenständige Agentensysteme über Nachrichten, Aufgaben und Ergebnisse. Siehe Kapitel 7.

A2UI

Beschreibungsformat für agentisch erzeugte Oberflächen. Der im Buch behandelte Lab-Prototyp nutzt v0.8 als historischen Versuchsstand. Nicht identisch mit A2A oder AG-UI. Siehe Kapitel 9.

ACMI

Agentic Commerce Maturity Index. Organisatorische Selbstbewertung mit den Säulen Operations, Discovery, Transactions und Fulfillment. Der Wert ergänzt technische Beobachtungen und ersetzt sie nicht. Siehe Kapitel 18.

ACP

Hier immer Agentic Commerce Protocol von OpenAI und Stripe. Das Kürzel wird andernorts auch anders verwendet. Prüfen Sie ausgeschriebenen Namen, Quelle und Version. Siehe Kapitel 8.

AG-UI

Agent User Interaction Protocol. Beschreibt Ereignisse zwischen Agenten und Benutzeroberflächen. Es kann Arbeitszustände sichtbar machen. Siehe Kapitel 9.

Agent

Software, die einen Auftrag bearbeitet und dafür Werkzeuge nutzt. Das Mandat legt fest, was der Auftraggeber erlaubt; technische Rechte bestimmen, auf welche Systemfunktionen der Agent zugreifen kann. Siehe Kapitel 1.

Agentenidentität

Nachprüfbare Zuordnung einer Anfrage zu einem Agenten oder Anbieter. Sie beantwortet eine andere Frage als die Zustimmung des Kunden zu einem bestimmten Kauf. Siehe Kapitel 8.

Agentic Commerce Alliance

Anbieterübergreifende Zusammenarbeit für die praktische Einführung von Agentic Commerce. Orientierung, Vergleichswerte, gemeinsame Umsetzung und dokumentierte Erfahrungen unterstützen Händler in Operations, Discovery, Transactions und Fulfillment. Siehe Kapitel 18.

Agentic Operations

Einsatz von Agenten im internen Händlerbetrieb. Dazu gehören vorbereitende, analysierende und begrenzt ausführende Tätigkeiten. Siehe Kapitel 11.

Agentur

Dienstleister, der Geschäftsmodell, Experience, Architektur, Umsetzung und Betrieb miteinander verbindet. Coding-Agenten verändern die Kosten der Umsetzung und stärken die Bedeutung von Urteil, Abnahme und Pflege. Siehe Kapitel 16.

Angebot

Konkrete Bedingungen für eine Leistung: Produkt, Menge, Käuferkontext, Betrag, Lieferung und weitere Verpflichtungen. Verbindliche Angebote benötigen Identität und Gültigkeit. Siehe Kapitel 8.

ANP

Agent Network Protocol. Ein Ansatz für offene Agentenvernetzung. Für den Einsatz zählt das passende Vertrauens- und Betriebsmodell, nicht allein der Netzwerkgedanke. Siehe Anhang B.

AP2

Agent Payments Protocol. Ein Ansatz für belegbare Kauf- und Zahlungsautorisierung über Mandate. Kein eigenes Zahlungsnetz. Siehe Kapitel 8.

API

Application Programming Interface. Definierte Schnittstelle, über die Software Informationen oder Funktionen nutzt. Eine vorhandene API kann Grundlage agentischer Fähigkeiten sein, ohne selbst KI zu enthalten.

ARD

Agentic Resource Discovery. Ansatz zur Beschreibung und föderierten Entdeckung agentischer Ressourcen. Vom API-Katalog nach RFC 9727 zu unterscheiden. Siehe Kapitel 9.

Assistent

Der Gesprächspartner, den ein Mensch auf dem Bildschirm erlebt. Er kann Agenten einsetzen, die im Hintergrund Aufgaben bearbeiten und Werkzeuge nutzen. Siehe Kapitel 1.

Attribution

Zuordnung eines Ergebnisses zu Kontakten oder Kanälen. Sie erklärt, welcher Weg beteiligt war; sie beweist nicht, dass der Umsatz ohne diesen Weg ausgeblieben wäre. Siehe Kapitel 14.

AXP

Agentic Experience Protocol. Lab-Prototyp zur Frage, wie Produktwissen, Qualitätssignale und Experience in fremde Agentenoberflächen gelangen. Siehe Kapitel 6.

Baseline

Nachvollziehbarer Ausgangs- oder Vergleichszustand. Ohne Baseline ist schwer festzustellen, was eine Einführung zusätzlich verbessert hat.

Befugnis

Rechtlicher Oberbegriff für erlaubtes Handeln. Im praktischen Modell unterscheidet das Buch das erteilte Mandat von den technischen Rechten. Siehe Kapitel 1 und 12.

Buyer Agent

Agent auf Käuferseite. Er sollte die Ziele und Grenzen seines Auftraggebers verfolgen. Seine Interessen unterscheiden sich von denen des Händleragenten.

Capability

Beschriebene Fähigkeit einer Schnittstelle oder eines Systems. Eine veröffentlichte Capability ist zunächst eine Behauptung beziehungsweise Zusage; ihre nutzbare Wirkung muss geprüft werden.

Checkout

Prozess, der einen konkreten Kauf mit notwendigen Informationen, Bedingungen und Zahlung verbindet. Die sichtbare Benutzeroberfläche ist nur ein Teil davon.

Coding-Agent

Software, die Entwicklungsaufgaben plant, Code liest und ändert und Werkzeuge ausführt. Prüffähige Änderungen und klare Zugriffsrechte gehören zur Arbeitsumgebung.

Cognitive Commerce

Ein Betriebsmodell, das vernetztes Geschäftswissen, Agentenarbeit und kontrollierte Ausführung verbindet. Ein zielgeführter Operator kann darauf aufbauen. Kapitel 11 beschreibt die Architektur und ihre Entwicklungsstufen.

Commerce-Kern

Die gemeinsame Handelslogik, in der Angebote, Preise und Bestellungen nach den Geschäftsregeln des Händlers verbindlich verarbeitet werden. Verschiedene Oberflächen greifen auf diese Grundlage zu. Siehe Kapitel 1 und 10.

Commodity-Falle

Siehe Kill-Switch-Schleife.

Consumer

Die Komponente, die ein Ergebnis tatsächlich verwendet. Eine vorhandene Funktion ohne angeschlossenen Consumer kann registriert, aber wirkungslos sein.

Customizing

Anpassung eines Systems an einen konkreten fachlichen Bedarf. Die Gesamtkosten umfassen auch Integration, Prüfung, Betrieb und spätere Updates. Siehe Kapitel 15.

Deckungsbeitrag

Erlös abzüglich der für die betrachtete Rechnung definierten variablen Kosten. Nennen Sie immer, welche Kosten enthalten sind. Für Investitionen ist der zusätzliche Beitrag gegenüber dem Vergleichsfall entscheidend.

Delegation

Übertragung bestimmter Aufgaben und Mandate. Sie überträgt nicht automatisch die gesamte rechtliche oder organisatorische Verantwortung.

Discovery

Entdecken, Verstehen und Vorauswählen von Angeboten oder Fähigkeiten. Kann über Suche, Indizes, Feeds und direkte Schnittstellen erfolgen. Siehe Kapitel 5.

DPoP

OAuth-Verfahren, das Zugriffe an den Besitz eines Schlüssels bindet. Es begrenzt bestimmte Tokenangriffe, ersetzt aber keine fachliche Rechteprüfung. Siehe Kapitel 13.

Emotionale Wertzone

Situation, in der Erfahrung, Bedeutung oder Beziehung einen besonderen Wert erzeugt. Ein Erlebnisformat allein belegt diesen Wert noch nicht. Siehe Kapitel 6.

End-to-End

Betrachtung des vollständigen relevanten Weges vom Auftrag bis zur beobachteten Wirkung. Ein grüner Zwischenschritt beweist nicht den ganzen Ablauf.

ERC-8004

Als Draft veröffentlichter blockchainbezogener Ansatz für Agentenidentität, Reputation und Validierung. Zahlungsabwicklung ist davon getrennt. Siehe Anhang B.

Experience

Die gestaltete Erfahrung rund um einen Bedarf: Darstellung, Orientierung, Beratung und Interaktion. Sie verbindet Bedeutung mit einer verlässlichen kaufbaren Leistung. Siehe Kapitel 6.

Freigabe

Interne Genehmigung einer beschriebenen Handlung, etwa einer Preisänderung oder Beschaffung. Die Zustimmung des Kunden zu einem Kauf wird im Buch davon unterschieden.

Fulfillment

Erbringung der zugesagten Leistung, etwa Versand und Lieferung. Bei agentischen Käufen bleibt diese physische oder digitale Leistung eigenständig zu prüfen.

GTIN und MPN

Identifikatoren, die Produkte eindeutig zuordnen helfen. GTIN bezeichnet eine globale Handelsartikelnummer, MPN eine Herstellerteilenummer. Varianten und Revisionen können weitere Unterscheidung benötigen.

Halluzination

Sachlich falsche oder unbegründete Modellausgabe. Nicht jeder Systemfehler ist eine Halluzination; Rechte-, Preis- und Wiederholungsfehler benötigen andere Reparaturen.

Human Handoff

Übergabe eines Vorgangs an einen Menschen mit relevanten Informationen und klarem nächsten Schritt. Gute Übergaben begrenzen Daten und vermeiden Wiederholungsarbeit.

Idempotenz

Eigenschaft, dass wiederholte Verarbeitung derselben beabsichtigten Handlung keine zusätzliche Wirkung erzeugt. Besonders wichtig nach unklaren Antworten und Zeitüberschreitungen.

Inkrementalität

Zusätzliche Wirkung gegenüber einem plausiblen Vergleich ohne die Maßnahme. Sie unterscheidet neu geschaffenen Wert von bloßer Kanalverlagerung.

Kill-Switch-Schleife

Strategisches Modell: Austauschbare Angebote erhöhen Preis- und Zugangsdruck. Sinkender Deckungsbeitrag begrenzt die Investition in Besonderheit, wodurch das Angebot weiter austauschbar werden kann. Auch Commodity-Falle genannt. Siehe Kapitel 20.

Kontaktfläche

Ein Feld der strategischen Buchkarte: Menschen oder Agenten treffen im eigenen Shop oder in fremden Kanälen auf das Angebot. Eine Oberfläche ist dagegen der konkrete Bildschirm oder Chat. Siehe Kapitel 1.

Mandat

Im Buch die ausdrücklich begrenzte Erlaubnis zur späteren Ausführung. Bestimmte Protokolle definieren eigene technische Mandatsformen. Allgemeiner Begriff und konkrete Spezifikation sind zu unterscheiden.

MCP

Model Context Protocol. Gemeinsame Schnittstelle für Werkzeuge und Kontext in KI-Anwendungen. Handelsregeln müssen zusätzlich fachlich umgesetzt werden. Siehe Kapitel 7.

MCP Apps

Erweiterung für interaktive Oberflächen im Zusammenhang mit MCP-Werkzeugen und unterstützenden Hosts. Nicht mit WebMCP gleichzusetzen. Siehe Kapitel 9.

Merchant Agent

Agent auf Händlerseite. Er vertritt Angebot und erlaubte Geschäftsbedingungen des Verkäufers. Eine Verhandlung muss innerhalb seines tatsächlichen Mandats bleiben.

Merchant of Record

Die im jeweiligen Modell für die Transaktion verantwortliche Verkäuferrolle. Prüfen Sie die konkrete Vertrags- und Zahlungsstruktur statt einer pauschalen Annahme.

MPP

Machine Payments Protocol. Ansatz für maschinelle Zahlungen, besonders im Zusammenhang mit Webdiensten. Vollständige Handels- und Leistungsfragen bleiben zusätzlich zu behandeln.

OAuth

Rahmen für die kontrollierte Autorisierung von Zugriffen. Eine erfolgreiche Anmeldung und eine spezifische Handlungserlaubnis sind unterschiedliche Sachverhalte.

Open Source

Software mit einer Lizenz, die Nutzung, Untersuchung, Veränderung und Weitergabe erlaubt. Offene Schnittstellen und offene Modellgewichte sind davon gesondert zu betrachten. Siehe Kapitel 15.

Open Weights

Zugängliche trainierte Modellparameter. Welche Rechte, Dateninformationen und Werkzeuge verfügbar sind, ergibt sich aus Lizenz und Veröffentlichung. Der Zugang zu Gewichten allein erfüllt nicht automatisch die Open Source AI Definition.

PACT

Personal Agent Consent and Trust Protocol von Decagon. Ansatz für ausdrücklich erteilte Mandate persönlicher Agenten auf Basis von A2A und OAuth.

Personal Agent Protocol (PAP)

Personal Agent Protocol, kurz Poppy. Verbindet persönliche Agenten mit Unternehmen und führt Anmeldung, Sitzungen und verschiedene Zugänge zusammen. Der Protokollpass nennt den betrachteten Entwurfsstand. Siehe Kapitel 8.

Persönlicher Agent

Software, die im Auftrag einer Person über einzelne Käufe und Servicefälle hinaus arbeitet. Beim Einkauf übernimmt sie die Rolle des Käuferagenten; Umfang und Rechte folgen dem jeweiligen Mandat. Siehe Kapitel 1 und 8.

Policy

Regel für zulässige Handlungen oder Bedingungen. Eine veröffentlichte Regel braucht tatsächliche Durchsetzung an der Ausführungsgrenze.

Prompt Injection

Versuch, ein System durch fremde Inhalte zu unerlaubten oder auftragsfremden Handlungen zu lenken. Inhalt darf dadurch keine höhere Befehlsgewalt erhalten.

Readiness

Bereitschaft für einen definierten Zweck. Öffentliche Lesbarkeit, organisatorische Reife und geprüfte Ausführung sind unterschiedliche Formen davon. Siehe Kapitel 18.

Shared Payment Token

Begrenzter Zahlungsbaustein, der die Verwendung von Zahlungsdaten für einen autorisierten Vorgang ermöglicht. Geltungsbereich und Teilnahmebedingungen hängen vom Anbieter ab.

Shop-Operator

Ein Agent mit einem definierten operativen Verantwortungsbereich. Ein zielgeführter Operator verfolgt einen dauerhaften Auftrag innerhalb wirtschaftlicher und technischer Grenzen. Siehe Kapitel 11.

Storyfront

Experiment für erzählerische, interaktive Produkt-Experiences. Die dokumentierte Integration nutzt den gemeinsamen Commerce-Kern für verbindliche Preise, Warenkörbe und Bestellungen. Siehe Kapitel 6.

System of Record

Führendes System für einen bestimmten Geschäftssachverhalt. Ein Unternehmen kann unterschiedliche führende Systeme für Produkt, Angebot, Rechte und Transaktion haben.

Trust Signal

Überprüfbare Information zur Zuverlässigkeit, etwa eine definierte Lieferhistorie. Herkunft und Zeitraum sind wichtiger als ein nicht erklärter Gesamtwert.

UCP

Universal Commerce Protocol. Gemeinsame Modelle und Fähigkeiten für Handelsinteraktionen. Die konkrete Implementierung bestimmt, was nutzbar ist. Siehe Kapitel 8.

VEYNDO

Persönliches, öffentlich entwickeltes Experimentierfeld des Autors für Commerce mit Wissen und Agenten im Kern. Es dient der Untersuchung neuer Architekturideen außerhalb der Bestandskompatibilität einer etablierten Plattform. Siehe Kapitel 11 und 15.

WebMCP

Ansatz für explizite Werkzeuge im Browserkontext einer Website. Die tatsächliche Browser- und Agentenunterstützung muss geprüft werden.

Wissensgraph

Verbundene Informationen über Produkte, Merkmale, Quellen, Bedarfe und Beziehungen. Zustände und Zugriffsrechte unterscheiden bestätigtes Wissen, Vorschläge und privaten Kontext. Siehe Kapitel 11.

x402

Protokollfamilie für mit HTTP verbundene Zahlungsanforderungen und Belege. Interessant für maschinell bezogene Dienste; kein automatischer Ersatz für alle Pflichten eines Warenkaufs.

Zustimmung

Die bewusste Zustimmung eines Kunden zu einem konkreten Angebot und seinen Bedingungen. Eine interne Freigabe von Änderungen im Betrieb ist davon zu unterscheiden.