Kapitel 174 min LesezeitAusgabe Oktober 2026

Wie wir im Agentic Commerce Lab lernen

Erst über die Teststrecke. Dann auf die Reise.
Erst über die Teststrecke. Dann auf die Reise.

Warum wir ein Lab brauchen

Eine Plattform muss heute zuverlässig funktionieren und zugleich auf Bedienformen vorbereitet sein, deren endgültige Gestalt noch offen ist. Im Agentic Commerce Lab von Shopware geben wir diesen Fragen einen Arbeitsraum. Wir bauen früh, damit eine technische Möglichkeit zu einer verständlichen unternehmerischen Entscheidung wird. [S116]

Unsere Leitfrage ist, wie Händler handlungsfähig bleiben, wenn Agenten auf Käuferseite auswählen, im Shop arbeiten und mit anderen Unternehmen verhandeln. Dazu gehört die Karte vom Anfang des Buches: Menschen und Agenten im eigenen Shop und in fremden Kanälen. Wer nur Agenten-Endpunkte baut, verpasst Experience. Wer nur eine neue Oberfläche baut, verpasst die Ausführung darunter.

Abbildung 29. Die Arbeitsweise des Labs: Ideen entwickeln, Prototypen erproben, am Betting Table entscheiden und die nächste Umsetzung beginnen. Quellen S116, S130 und S131.
Abbildung 29. Die Arbeitsweise des Labs: Ideen entwickeln, Prototypen erproben, am Betting Table entscheiden und die nächste Umsetzung beginnen. Quellen S116, S130 und S131.

Kleine Teams, konkrete Investitionen

Das Lab verbindet Ideenfindung, kurze Prototypenphasen und die Entscheidung über weitere Investitionen. Kleine Teams können eine Frage von der Idee bis zum sichtbaren Ergebnis verfolgen. Am Betting Table, unserer Entscheidungsrunde für die nächste Investition, besprechen wir die Ergebnisse und den weiteren Einsatz von Zeit und Geld. Für mich zählt, was der Versuch an der Entscheidung verändert hat. [S130]

Das Agentic Commerce Lab bei der Arbeit. Foto aus der offiziellen Teamvorstellung von Shopware. [S130]
Das Agentic Commerce Lab bei der Arbeit. Foto aus der offiziellen Teamvorstellung von Shopware. [S130]

Ein gut formuliertes Gegenangebot beantwortet zunächst die Frage nach dem Ton; ob es die Rabattgrenze einhält, zeigt dagegen erst das gespeicherte Angebot. Deshalb führen Merchant Quote Agent und rfq-bench von der Gesprächsqualität zur wirtschaftlichen Wirkung. Diese Verbindung ist auch bei den übrigen Experimenten mein Maßstab.

Die vier Zeilen hinter jedem Versuch

Die Kästen „Aus dem Lab“ beschreiben Projekte des Shopware Agentic Commerce Lab. „Aus dem Experimentierfeld“ kennzeichnet meine persönlichen Projekte. Beide Linien untersuchen verwandte Fragen; die Quellen und Repositories zeigen jeweils, wo ein Versuch entsteht.

Jeder Versuch beginnt mit einer abgegrenzten Aufgabe, für die wir Produktdaten, Regeln und Shopfunktionen verbinden. Die Experimentkästen halten diesen Aufbau, die gewonnene Erkenntnis und den erreichten Stand fest. Mit „Als Nächstes“ folgt ausdrücklich die Arbeit, die sich daran anschließt.

Wir prüfen zum Beispiel, ob mehrere Zugänge dieselben Preise nutzen, wie ein persönlicher Agent Änderungen vorbereitet und wie eine Experience in einem fremden Host verständlich bleibt. Die Projekte stehen an unterschiedlichen Punkten. Ihre Repositories machen den jeweiligen Aufbau und Stand nachvollziehbar. [S50, S99–S110]

Warum wir öffentlich arbeiten

Offene Protokolle brauchen Menschen, die sie mit unterschiedlichen Systemen ausprobieren. An öffentlichen Implementierungen können Partner und Entwickler dieselbe Anfrage, Zustandsänderung oder einen reproduzierbaren Fehler untersuchen. Gute Rückmeldungen sagen uns, welche Annahme im Alltag nicht trägt und welche Fähigkeit fehlt.

Eine schwierige Bestellung mit typischer Ausnahme und einem verständlichen Erfolgskriterium ist bereits ein wertvoller Beitrag, aus dem Partner Erweiterungen oder Dienstleistungen entwickeln können. Das Lab schafft solche Optionen; die Plattformteams entscheiden anschließend über Absicherung, Pflege und Übernahme in Shopware. [S116, S130]

Was aus dem Lab in die Plattform gelangt

Damit aus einer überzeugenden Demo eine täglich nutzbare Funktion wird, braucht sie Rechte, Mandantentrennung, Updates, Support und eine verlässliche Wiederaufnahme nach Fehlern. Diese Arbeit gehört zur Innovation, weil erst sie die Fähigkeit im Händlerbetrieb tragfähig macht.

Ich möchte, dass wir schneller lernen und zugleich die richtigen Dinge übernehmen. Der Maßstab ist ein Händler, der eine Aufgabe besser erledigt, seine Kosten versteht und die Kontrolle behält. Deshalb begegnet Ihnen das Lab in diesem Buch an konkreten Fragen statt als getrennte Sammlung glänzender Demos.

Die Erfahrung eines Labs wird wertvoller, wenn Händler und Partner sie auf ihre eigenen Aufgaben übertragen. Die Alliance richtet ihren Blick auf die gemeinsame Einführung im Handel: Welche Aufgaben wollen Händler angehen, und welche Erfahrungen und Verbindungen helfen ihnen dabei?