
Ein Einkauf kann an mehreren Orten stattfinden
Die Reisende beginnt im Chat ihres Assistenten. Für den Größenvergleich öffnet sie eine Produktansicht, bestätigt die Zahlung in ihrer Bank-App und fragt am nächsten Tag per Sprache nach der Lieferung. Sie erlebt einen Einkauf, obwohl sie mehrere Oberflächen benutzt.
Beim Wechsel vom Assistenten in den Shop braucht die Kundin ihre bisherige Auswahl. Eine Produktansicht erklärt Varianten, der Vergleich ordnet Unterschiede ein und die Bestellansicht zeigt die Bedingungen des Kaufs. Die folgenden Ansätze verbinden diese Schritte mit den Werkzeugen des Agenten.
Der vorhandene Shop bekommt einen weiteren Nutzer
Ein Browser-Agent kann eine Website ähnlich wie ein Mensch bedienen: suchen, auswählen, Formulare ausfüllen. Für häufige Aufgaben ist ein direkter Zugang zu den Funktionen hilfreicher. Die Website kann beispielsweise ausdrücklich anbieten: „Produkte suchen“, „Variante wählen“ oder „In den Warenkorb legen“.
WebMCP beschreibt einen Weg, solche Funktionen für agentenfähige Browser bereitzustellen. Der Agent arbeitet dabei im Zusammenhang mit der geöffneten Website und der Sitzung des Nutzers. Der Shop bleibt der Ort, an dem Produkte, Preise und Warenkorb zusammenlaufen. [S49]
Ein Größenfilter muss dann nicht erst über seine Position auf dem Bildschirm erkannt werden. Der Agent erhält einen klar beschriebenen Aufruf. Das erleichtert die Bedienung und erlaubt dem Händler, die vorgesehenen Funktionen bewusst für diesen zusätzlichen Nutzer zu öffnen.
Unser WebMCP-Versuch beginnt bei der Produktauswahl
Im Lab haben wir Suche, Varianten und Warenkorb als Browserwerkzeuge zugänglich gemacht. Das ist der Abschnitt des Einkaufs, in dem der Kunde ein passendes Angebot zusammenstellt. Die vorhandenen Shopfunktionen liefern dazu die Daten und übernehmen die Änderungen am Warenkorb.
Manchmal kommt die Oberfläche zum Gespräch
Beim Browser-Agenten findet der Einkauf auf der Website statt. In einem Assistenten kann es umgekehrt sinnvoll sein, einen interaktiven Teil des Shops im Gespräch zu zeigen: einen Variantenvergleich, eine Größenauswahl oder eine anschauliche Zusammenfassung des Warenkorbs.
MCP Apps beschreibt interaktive Oberflächen im Umfeld von MCP-Werkzeugen. Unterstützende Anwendungen können damit mehr als eine Textantwort darstellen. Der Kunde kann sich eine Auswahl ansehen und bedienen, während das Gespräch seinen Zusammenhang behält. [S67]
WebMCP öffnet also Funktionen einer Website für den Agenten. MCP Apps bringt eine interaktive Ansicht in eine unterstützende KI-Anwendung. Für Händler ergeben sich zwei nützliche Wege, vorhandene Leistungen an einem neuen Ort nutzbar zu machen.
Zeigen, woran der Assistent gerade arbeitet
Wartezeit ist leichter auszuhalten, wenn der nächste Schritt verständlich ist. „Ich prüfe die Lieferung an Ihr Hotel“ hilft mehr als eine endlos pulsierende Fläche. Noch besser ist eine Ansicht, die das gefundene Angebot zeigt und deutlich macht, welche Zustimmung als Nächstes gebraucht wird.
AG-UI beschreibt den Austausch von Ereignissen zwischen Agenten und Benutzeroberflächen. Damit lässt sich zum Beispiel darstellen, dass eine Recherche läuft, eine Antwort eingetroffen ist oder die Zustimmung des Kunden aussteht. Diese Rückmeldungen machen aus unsichtbarer Agentenarbeit eine nachvollziehbare Interaktion. [S51]
Bei einer einfachen Nachbestellung genügen wenige Angaben, während eine neue Maschine Vergleich und Rückfragen verlangt und ein Geschenk Raum zum Entdecken braucht. Die Gestaltung folgt dieser Aufgabe und zeigt Kunden durchgehend, wo sie im Einkauf stehen und wie sie weiterkommen.
Gestaltung aus vertrauten Bausteinen
Eine dynamische Oberfläche braucht einen erkennbaren Zusammenhang mit der Marke. Dafür kann ein Unternehmen einen Katalog bewährter Komponenten bereitstellen: Produktkarte, Vergleich, Variantenauswahl, Warenkorb und Zustimmung zum Kauf. Der Agent wählt passende Bausteine, während das Unternehmen deren Gestaltung und Verhalten pflegt.
A2UI beschreibt Oberflächen als strukturierte Angaben, die eine Anwendung mit ihren eigenen Komponenten darstellt. SwagA2UI untersucht diesen Ansatz mit einem erlaubten Vue-Komponentenkatalog. Die Oberfläche entsteht aus vorhandenen Bausteinen und kann sich an die jeweilige Aufgabe anpassen.
Produktwissen folgt dem Kunden
AXP aus Kapitel 6 untersucht, wie Produktwissen und interaktive Beratung in einem fremden Assistenten ankommen. Für den Einkauf bleibt dabei dieselbe Bedingung bestehen: Eine ausgewählte Variante muss im Angebot und im Warenkorb wiederzufinden sein. [S50]
Auffindbar sein heißt auch: erreichbar sein
Bevor ein Agent einen Konfigurator oder eine Bestellfunktion nutzt, muss er den passenden Zugang finden. Dafür braucht er eine Adresse, eine Beschreibung der Aufgabe und Informationen zur Anmeldung. Diese Angaben sind das digitale Gegenstück zu Öffnungszeiten, Abteilungen und Ansprechpartnern.
Agentic Resource Discovery, kurz ARD, untersucht die Entdeckung von Ressourcen über verteilte Verzeichnisse. Der IETF-API-Katalog aus RFC 9727 beschreibt einen anderen Weg, vorhandene APIs auffindbar zu machen. Beide Ansätze greifen die praktische Frage auf, wie ein System erfährt, welche Verbindung es nutzen kann. [S52, S63]
Der Händler hält Adressen, Anmeldung und Funktionsbeschreibung aktuell und ergänzt die Verzeichnisse, die seine Kundenkanäle verwenden. Hinter jedem Zugang muss der Shop denselben Auftrag ausführen können; deshalb führt der Weg als Nächstes zur Architektur im Händlerbetrieb.